Lokführer / LokführerinGehalt, Ausbildung und Berufsperspektiven 2026

Als Lokführer bringst du Reisende oder Güter ans Ziel und behältst Strecke, Signale und Technik im Blick. Hier lernst du den Arbeitsalltag kennen und erfährst, wie du einsteigst und was du verdienst.

Logistik & TransportTransportLogistikKI & Automatisierung

Gehalt unteres Viertel

46.668 €

Median-Gehalt

51.012 €

Gehalt oberes Viertel

57.348 €

Automatisierungsindex

40/100

Was macht ein Lokführer?

Du möchtest Züge führen und wissen, was dabei neben dem Fahren zählt? Dieser Einblick zeigt dir den Alltag eines Lokführers von der Vorbereitung bis zur Übergabe.

Vor der Fahrt bereitest du das Fahrzeug vor und führst die vorgeschriebenen Kontrollen durch. Unterwegs beachtest du Signale, Geschwindigkeitsvorgaben und betriebliche Anweisungen. Wenn etwas vom geplanten Ablauf abweicht, klärst du mit den zuständigen Stellen, wie es weitergeht. Auch Rangierabläufe, Übergaben und das Festhalten besonderer Ereignisse gehören zur Arbeit. Im Personenverkehr und im Güterverkehr unterscheiden sich Fahrzeuge, Einsatzorte und Dienstabläufe.

Gehalt & Vergütung

Lokführer verdienen typischerweise 4.251 Euro brutto im Monat. Dieser Wert liegt in der Mitte der im Entgeltatlas erfassten Vollzeitgehälter: Eine Hälfte verdient weniger, die andere mehr. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.889 und 4.779 Euro. Die Werte beschreiben Beschäftigte mit unterschiedlicher Erfahrung.

Bei einer konkreten Stelle sind Tarifvertrag, Gehaltsstufe und Zuschläge wichtig. Ebenso lohnt sich ein Blick auf den Dienstplan. Nachtfahrten, Wochenenddienste oder Übernachtungen auswärts wirken sich darauf aus, wie sich die Arbeit mit deinem Alltag verbinden lässt. Personen- und Güterverkehr können hier sehr unterschiedliche Bedingungen bieten.

Unteres Viertel

46.668 €

/ Jahr (brutto)

3.889 € / Monat

Oberes Viertel

57.348 €

/ Jahr (brutto)

4.779 € / Monat

Gehalt nach Region

Nordrhein-Westfalen
52.464 €
Brandenburg
51.996 €
Hamburg
51.864 €
Bayern
51.288 €
Sachsen
50.880 €
Niedersachsen
50.820 €
Thüringen
50.676 €
Baden-Württemberg
49.992 €
Berlin
49.728 €
Mecklenburg-Vorpommern
49.476 €

Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenjahr 2025. Die Werte gelten für sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte der Berufsgruppe Lokführer und Transport (52202). Sie umfassen unterschiedliche Erfahrungsstufen. Teilzeitbeschäftigte und Beamte sind nicht enthalten.

Ausbildungswege

Wenn du Lokführer werden möchtest, kommen Ausbildung und je nach Angebot ein Quereinstieg infrage. Hier erfährst du, wie du das Führen von Zügen lernst.

Die duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Lokführer und Transport dauert drei Jahre. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule, Züge vorzubereiten, zu führen und auf Störungen zu reagieren. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Für die Tätigkeit werden auch die gesundheitliche und psychologische Eignung geprüft.

BERUFENET nennt für die Deutsche Bahn als Vergütungsbeispiel monatlich 1.325 Euro brutto im ersten, 1.394 Euro im zweiten und 1.463 Euro im dritten Ausbildungsjahr, Stand Juli 2026. Andere Bahnunternehmen können anders bezahlen.

Daneben bieten Arbeitgeber Qualifizierungen für Quereinsteiger an. Dauer und Voraussetzungen hängen vom Angebot ab. Zur Fahrberechtigung gehören ein Triebfahrzeugführerschein und eine Zusatzbescheinigung für die jeweiligen Fahrzeuge und Strecken. Du erwirbst also nicht nur allgemeines Wissen, sondern bereitest dich auf einen konkreten Einsatz vor. Vor der Bewerbung ist deshalb interessant, welche Züge du später fahren würdest und wo deine Dienste beginnen.

Ausbildung3 Jahre

Eisenbahner im Betriebsdienst, Lokführer und Transport

Im Betrieb und in der Berufsschule lernst du Fahrzeugvorbereitung, Zugfahrten und das Vorgehen bei Störungen. Dazu kommen die Qualifikationen für die eingesetzten Fahrzeuge und Strecken.

QuereinsteigerJe nach Angebot

Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer

Arbeitgeber vermitteln die Kenntnisse für den vorgesehenen Einsatz. Voraussetzungen, Dauer und Prüfungen richten sich nach dem jeweiligen Angebot.

AusbildungsvergütungBrutto pro Monat
1. Ausbildungsjahr1.325,00 €
2. Ausbildungsjahr1.394,00 €
3. Ausbildungsjahr1.463,00 €

Tarifbeispiel Deutsche Bahn AG laut BERUFENET und WSI-Tarifarchiv, Stand Juli 2026. Monatlich brutto. Andere Bahnunternehmen können anders bezahlen.

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Typische Aufgaben eines Lokführers

Hier siehst du eine kleine Übersicht der Aufgaben, die dich als Lokführer im Berufsalltag erwarten.

Züge führen und Fahrbewegungen überwachen
Fahrzeug vorbereiten und Sicherheitskontrollen durchführen
Bei Störungen und ungewöhnlichen Situationen handeln
Mit Betriebszentrale und Zugpersonal kommunizieren
Rangierabläufe und Übergaben abstimmen
Betriebliche Ereignisse und Fahrtdaten dokumentieren

Wie verändern KI und Automatisierung den Beruf Lokführer?

Unsere Analyse zeigt, welche Aufgaben Technik übernehmen kann und wie sich der Beruf dadurch verändern könnte.

Redaktionelle Einschätzung für die nächsten fünf bis zehn Jahre

Wie stark wird sich der Beruf verändern?

Deutliche Veränderungen

Einschätzung: Bei der Hamburger S-Bahn übernimmt Technik auf einer ausgerüsteten Strecke das Beschleunigen und Bremsen, während Lokführer die Fahrt überwachen. Mit weiteren entsprechend ausgestatteten Zügen und Strecken könnte sich diese Arbeitsteilung ausweiten. Der Beruf verlagert sich dabei stärker zum Überwachen des Betriebs und zum Handeln bei Störungen. Wie weit das den Alltag verändert, hängt vom Streckennetz und der Fahrzeugausrüstung ab. Eine Fahrt im Regionalverkehr oder das Rangieren von Güterzügen stellt jeweils andere Anforderungen.

Technische Aufgabenanalyse

Ein höherer Wert steht für mehr technisch übernehmbare Aufgaben. Die Prozentangaben darunter sind geschätzte Arbeitszeitanteile.

Automatisierungsindex: 40 von 100

heute automatisierbar0 %geschätzter Arbeitszeitanteil
teilweise automatisierbar80 %geschätzter Arbeitszeitanteil
kaum automatisierbar20 %geschätzter Arbeitszeitanteil
Typische Aufgaben eines Lokführers und ihre technische Automatisierbarkeit
AufgabeZeitanteilEinstufung
Züge führen und Fahrbewegungen überwachenZeitanteil: 60 %teilweise automatisierbar
Beleg: Assistenz

Die Digitale S-Bahn Hamburg beschleunigt und bremst auf dem ausgerüsteten Abschnitt automatisch. Lokführer überwachen den Ablauf, greifen bei Störungen ein und fahren außerhalb des Abschnitts selbst. Das Beispiel betrifft diese technische Ausstattung, keinen allgemeinen fahrerlosen Zugbetrieb.

Fahrzeug vorbereiten und Sicherheitskontrollen durchführenZeitanteil: 15 %teilweise automatisierbar
Beleg: Assistenz

Die zugelassene automatische Bremsprobe von SBB Cargo nutzt Sensoren an entsprechend ausgerüsteten Güterwagen und zeigt Ergebnisse auf einem Tablet. Andere Fahrzeug- und Sicherheitskontrollen bleiben Teil der Vorbereitung. Der Beleg beschreibt den Schweizer Einsatz.

Bei Störungen und ungewöhnlichen Situationen handelnZeitanteil: 10 %kaum automatisierbar
Beleg: Berufsanforderung

Bei einer Störung beurteilen Lokführer Fahrzeug, Strecke und die zulässigen nächsten Schritte. Diese situationsabhängige Arbeit wird anhand des Berufsbildes überwiegend menschlich eingeordnet.

Mit Betriebszentrale und Zugpersonal kommunizierenZeitanteil: 5 %kaum automatisierbar
Beleg: Berufsanforderung

Lokführer tauschen Beobachtungen, betriebliche Anweisungen und Rückfragen mit Betriebszentrale und Zugpersonal aus. Diese Verständigung wird anhand des Berufsbildes überwiegend menschlich eingeordnet.

Rangierabläufe und Übergaben abstimmenZeitanteil: 5 %kaum automatisierbar
Beleg: Berufsanforderung

Rangierabläufe und Übergaben werden mit den beteiligten Personen abgestimmt. Dabei geht es um Fahrzeugzustand, Reihenfolge und das weitere Vorgehen. Diese Koordination wird überwiegend menschlich eingeordnet.

Betriebliche Ereignisse und Fahrtdaten dokumentierenZeitanteil: 5 %teilweise automatisierbar
Beleg: Assistenz

Copilot in Word kann aus Notizen und Referenzdateien einen Berichtsentwurf erstellen. Für einen betrieblichen Ereignisbericht prüfen Lokführer die Zugzuordnung, Zeiten und Beobachtungen. Der Beleg beschreibt eine Textfunktion, keinen allgemeinen Einsatz bei Bahnunternehmen.

KI und Automatisierung im Berufsvergleich

Häufige Fragen

Kann ich als Quereinsteiger Lokführer werden?

Ja, Bahnunternehmen bieten dafür Qualifizierungen an. Voraussetzungen, Dauer und Finanzierung richten sich nach dem Angebot. Neben gesundheitlicher und psychologischer Eignung brauchst du die Kenntnisse für die vorgesehenen Fahrzeuge und Strecken. Ein weiterer Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Lokführer und Transport.

Darf ich mit dem Triebfahrzeugführerschein jeden Zug fahren?

Zum Einsatz gehört neben dem Triebfahrzeugführerschein eine Zusatzbescheinigung für die jeweiligen Fahrzeuge und die Infrastruktur. Du wirst deshalb für bestimmte Züge und Strecken qualifiziert. Beim Arbeitgeberwechsel oder einem neuen Einsatzgebiet ist wichtig, welche Kenntnisse anerkannt werden und welche hinzukommen müssen.

Was unterscheidet Personenverkehr und Güterverkehr im Berufsalltag?

Fahrzeuge, Strecken und Dienstabläufe können deutlich verschieden sein. Im Personenverkehr richten sich viele Fahrten nach festen Halten und Fahrplänen. Im Güterverkehr spielen unter anderem Zugvorbereitung und Rangierabläufe eine Rolle. Für die Berufswahl sind auch Dienstbeginn, Nachtfahrten und mögliche Übernachtungen auswärts interessant.

Quellen und Datenstand

Zuletzt geprüft: Oktober 2026. Wie wir Gehälter und den KI-Risiko-Score ermitteln, steht unter So arbeiten wir.

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