Schlosser / Schlosserin

HandwerkHandwerklichStabilSehr gefragtKI-Risiko: Niedrig

Einstiegsgehalt

28.000 €

Median-Gehalt

37.000 €

Senior-Gehalt

48.000 €

KI-Risiko-Score

30/100

Überblick

Schlosser stellen Metallkonstruktionen, Maschinen und Anlagen her, montieren und reparieren diese. Sie arbeiten mit Schweißgeräten, Fräsen und Drehbänken und fertigen Bauteile nach technischen Zeichnungen. Der Beruf deckt ein breites Spektrum von Schlosserei über Anlagenbau bis hin zu Feinmechanik ab.

Gehalt & Vergütung

Einstieg

28.000 €

/ Jahr (brutto)

Senior

48.000 €

/ Jahr (brutto)

Gehalt nach Region

Bayern / München
46.000 €
Baden-Württemberg
45.000 €
Hessen / Frankfurt
42.000 €
NRW
37.000 €
Berlin
36.000 €
Sachsen / Ost
29.000 €

Ausbildungswege

Ausbildung3,5 Jahre

Ausbildung Metallbauer/in

Dreieinhalbjährige duale Ausbildung mit Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau. Moderne Nachfolge des klassischen Schlossers.

Ausbildung3,5 Jahre

Ausbildung Konstruktionsmechaniker/in

Dreieinhalbjährige Ausbildung für industriellen Stahl- und Maschinenbau. Inhalte: Schweißen, Schleifen, Richten, Montage von Stahlkonstruktionen.

Typische Aufgaben

Metallteile nach Zeichnung zuschneiden, bohren und fräsen
Bauteile schweißen, löten und schrauben
Maschinen und Anlagen montieren und instand halten
Tore, Treppen, Geländer und Konstruktionen fertigen
Technische Zeichnungen lesen und umsetzen
Defekte Teile reparieren oder ersetzen
Qualitätskontrollen durchführen und Maße prüfen

KI-Risiko-Analyse

KI-Risiko-Score: Schlosser

CNC-Maschinen automatisieren Serienfertigung, aber individuelle Schlosserarbeit – Reparaturen, Einzelanfertigungen und Montage – bleibt menschlich. Der breite Einsatzbereich macht den Beruf robust.

Routinetätigkeit

Soziale Kompetenz

Digitalisierung

30

von 100 · Niedriges KI-Risiko

Risikofaktor Routinetätigkeit: Der Routineanteil ist gering (25/100) – die Tätigkeit erfordert Urteilsvermögen, das KI nicht ersetzen kann.

Risikofaktor Soziale Kompetenz: Starker Sozialbedarf schützt diesen Beruf vor KI-Verdrängung – persönliche Interaktion ist ein Kernwert (20/100 Risikoexposition).

Risikofaktor Digitalisierung: Digitalisierungseinfluss bisher gering (35/100) – physische Präsenz oder spezialisiertes Handeln schützt den Beruf.

Empfehlung

Spezialisierung auf Anlagenbau, Sonderkonstruktionen oder Edelstahl-Metallgestaltung bietet deutlich bessere Gehälter. Schweißzertifikate (ISO 9606) sind international anerkannt.

Zukunftsaussichten

Chancen

  • Industrie und Maschinenbau suchen dauerhaft qualifizierte Schlosser
  • Breite Einsatzmöglichkeiten von Automotive über Anlagenbau bis Handwerk
  • Schweißzertifikate öffnen internationale Jobmärkte
  • Fachkräftemangel in produzierendem Gewerbe

Risiken

  • Körperlich belastend – Lärm, Schweißrauch, schwere Teile
  • Schichtarbeit in industriellen Fertigungsbetrieben
  • CNC-Automatisierung verdrängt repetitive Serienarbeit
  • Gehalt in Ostdeutschland deutlich unter Westniveau

Häufige Fragen

Gibt es den Beruf Schlosser noch als offizielle Ausbildung?

Nicht mehr in dieser Form: Der klassische Schlosser wurde durch modernere Berufsbilder abgelöst. Heute führt die 3,5-jährige Ausbildung zum Metallbauer (Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung oder Nutzfahrzeugbau) oder zum Konstruktionsmechaniker zum gleichen Tätigkeitsfeld. Inhalte sind Schweißen, Fräsen, Drehen, Bohren und Montage nach technischer Zeichnung.

Was verdient man als Schlosser – und wo lohnt es sich am meisten?

Mit 28.000 € jährlich steigt man nach der Ausbildung ein; mit Berufserfahrung sind im Schnitt 37.000 € realistisch. Meister oder Schweißspezialisten in Bayern (bis 46.000 €) und Baden-Württemberg (bis 45.000 €) verdienen am meisten. In Sachsen liegt das Niveau bei rund 29.000 € – wer in den Westen wechselt, kann sein Gehalt oft um 30–40 % steigern.

Welche Arbeiten kann CNC nicht übernehmen – und was bleibt beim Schlosser?

CNC-Maschinen erledigen zuverlässig Serienschnitte mit gleichen Maßen. Sobald es aber um Reparaturen an älteren Anlagen, individuelle Sonderkonstruktionen, Baustellenmontagen oder das Schweißen schwer zugänglicher Verbindungen geht, ist menschliches Können unersetzlich. Genau hier liegt der Kern des Schlosserberufs – mit KI-Risiko-Score 30/100 bleibt er robust.

Welche Schweißzertifikate sind für Schlosser besonders wertvoll?

Schweißzertifikate nach DIN EN ISO 9606 – vor allem für WIG-Schweißen und Edelstahl – sind international anerkannt und in Anlagenbau, Schiffbau und Pipelinebau oft Einstellungsvoraussetzung. Wer mehrere Verfahren beherrscht (MAG, WIG, Elektrode), kann deutlich über dem Median-Gehalt von 37.000 € liegen und öffnet sich den europäischen Jobmarkt.

Schlosser oder Mechatroniker – was passt besser?

Wer vorwiegend mit Metall und Konstruktion arbeiten möchte – Schweißen, Schleifen, Tore, Geländer, Maschinenmontage – ist beim Schlosser/Metallbauer richtig. Mechatroniker kombinieren Mechanik mit Elektrotechnik und Steuerungstechnik und arbeiten eher an Automationsanlagen. Mechatroniker werden im Schnitt etwas besser bezahlt, der Schlosserberuf bietet dafür einen breiteren handwerklichen Einsatzbereich.

Wie körperlich belastend ist der Schlosserberuf wirklich?

Körperliche Belastung ist ein echtes Thema: Lärm (Schleifmaschinen, Pressluft), Schweißrauch, schwere Werkstücke und häufige Zwangshaltungen beim Schweißen und Montieren beanspruchen Rücken, Gelenke und Lungen. In der Serienproduktion kommt Schichtarbeit dazu. Moderne Betriebe investieren in Absauganlage, Hebevorrichtungen und Gehörschutz – beim Jobwechsel lohnt ein Blick auf diese Faktoren.

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