Ausbildung & Studium

Berufsbegleitend studieren: So passt das Studium in dein Leben

Ein Studium neben dem Beruf kann dir neue fachliche Aufgaben und berufliche Wege eröffnen. Hier vergleichst du Studienmodelle, planst deinen Zeitbedarf und erfährst, welche Fragen du zu Zugang, Abschluss und Kosten vor der Einschreibung klären solltest.

Redaktion WelcherBerufGeprüft am 25. Oktober 2026
Ein Mann liest am Abend an einem Schreibtisch ein Lehrbuch und macht sich Notizen.
KI-generiertes Symbolbild.

Vielleicht merkst du im Job, dass du ein Thema genauer verstehen möchtest. Oder du hast einen Beruf im Blick, für den dir noch das Studium fehlt. Du kannst diesem Wunsch nachgehen und weiter berufstätig bleiben. Der erste Schritt ist ein Studienmodell, für das du in deiner Woche tatsächlich Platz findest.

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Wofür möchtest du neben dem Beruf studieren?

Beginne mit einer Aufgabe, die du künftig übernehmen möchtest. Vielleicht willst du aus dem Vertrieb in die Unternehmensplanung wechseln oder nach einer technischen Ausbildung selbst an Entwicklungen mitarbeiten. Ein solches Ziel hilft dir, Studieninhalte und Anforderungen später gezielt zu vergleichen.

Schau dir dazu einige passende Stellenanzeigen an. Welche fachlichen Kenntnisse und Abschlüsse werden dort genannt? Lies anschließend das Modulhandbuch eines Studiengangs. Darin steht, welche Themen du lernst, welche Prüfungen vorgesehen sind und welche Vorkenntnisse du brauchst. Ein BWL-Studium mit passendem Schwerpunkt kann zum Beispiel näher an deinem Ziel liegen als ein besonders werbewirksam benannter Studiengang.

Wenn du vor allem eine einzelne neue Aufgabe lernen möchtest, kommt auch eine Weiterbildung infrage. Unser Vergleich von Weiterbildung, Umschulung und Quereinstieg hilft dir bei dieser ersten Entscheidung. Für den Wechsel in ein völlig neues Berufsfeld kannst du außerdem passende Berufsprofile als Ausgangspunkt nehmen.

Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeit: Was passt zum Job?

Die Begriffe beschreiben verschiedene Seiten des Studiums. Berufsbegleitend bedeutet, dass sich die Organisation an Menschen richtet, die weiter arbeiten. Teilzeit beschreibt einen geringeren Studienumfang pro Semester. Fernstudium erklärt vor allem, wie du lernst. Ein Angebot kann deshalb gleichzeitig berufsbegleitend, in Teilzeit und als Fernstudium organisiert sein.

ModellSo kann das Lernen aussehenDiese Termine prüfst du
Berufsbegleitendes PräsenzstudiumLehrveranstaltungen am Abend, am Wochenende oder in Blöcken, dazu SelbststudiumFeste Anwesenheitszeiten, Anfahrt und Prüfungstage
Fernstudium neben dem BerufViel eigenständiges Lernen mit Materialien, digitalen Veranstaltungen und BetreuungVerbindliche Online-Termine, mögliche Präsenzphasen und Prüfungsorte
TeilzeitstudiumWeniger Studienleistungen je Semester und entsprechend längere RegelstudienzeitOb Lehrveranstaltungen trotzdem tagsüber stattfinden

Ein Teilzeitstudium kann also inhaltlich gut passen und zeitlich schwierig sein. Wenn ein wichtiges Seminar jeden Dienstagvormittag stattfindet, brauchst du dafür eine Lösung im Job. Bitte die Studienberatung um einen tatsächlichen Stundenplan und die Prüfungstermine eines vergangenen Semesters. Damit wird das Angebot greifbarer als mit dem Wort „flexibel“.

Ein duales Studium ist stärker mit einem Praxispartner verzahnt und hat eigene Vertrags- und Organisationsmodelle. Wenn du zwischen einem solchen Einstieg, einer Ausbildung und einem regulären Studium überlegst, lies den Ratgeber Ausbildung oder Studium.

Wie viel Zeit brauchst du für ein berufsbegleitendes Studium?

Zur Lernzeit gehören das Lesen, Üben, Vorbereiten von Veranstaltungen und Schreiben von Arbeiten. Die sichtbaren Unterrichtstermine sind nur ein Teil davon. Frage deshalb nach dem gesamten Arbeitsaufwand der Module, die du im ersten Semester belegen möchtest.

Ein konkretes Beispiel liefert die FernUniversität in Hagen: Sie rechnet für einen ECTS-Leistungspunkt mit 30 Arbeitsstunden. Bei 15 ECTS in einem Semester und 23 Wochen ergeben sich rund 20 Stunden pro Woche. ECTS-Punkte beschreiben den vorgesehenen Lernaufwand. Die Rechnung ist eine Orientierung für dieses Modell und hilft dir, die Größenordnung zu verstehen.

Im durchgerechneten Studienvergleich weiter unten siehst du, wie sich 20 oder 26 Lernstunden auf eine Arbeitswoche auswirken. Wenn du regelmäßig weniger Zeit frei hast, sprich mit der Hochschule über eine geringere Modulbelegung und die daraus folgende Studiendauer.

Prüfungsphasen und Abgabetermine brauchen oft mehr Aufmerksamkeit als eine gewöhnliche Lernwoche. Besprich früh mit deinem Arbeitgeber, ob du in solchen Zeiten Urlaub, Gleitzeit oder eine vereinbarte Freistellung nutzen kannst. Ein Probemonat mit festen Lernblöcken gibt dir schon vor dem Start ein Gefühl für deinen Rhythmus.

Welche Voraussetzungen gelten und welchen Abschluss erreichst du?

Prüfe zuerst, ob du die Zugangsvoraussetzungen des konkreten Studiengangs erfüllst. Für einen Bachelor geht es etwa um die Hochschulzugangsberechtigung, für einen Master meist um einen passenden ersten Hochschulabschluss und gegebenenfalls weitere Voraussetzungen. Die Studienberatung kann deine Abschlüsse und deine Berufserfahrung zuordnen.

Auch Studieren ohne Abitur ist möglich. Die Regeln unterscheiden sich nach Bundesland und Qualifikation. Eine Meisterprüfung oder vergleichbare Aufstiegsfortbildung kann einen allgemeinen Hochschulzugang eröffnen. Bei einer Berufsausbildung mit Berufserfahrung kann es auf die fachliche Nähe und zusätzliche Prüfungen ankommen.

Schau außerdem auf den genauen Abschluss. Ein Bachelor- oder Masterstudiengang führt zu einem akademischen Grad. Ein Hochschulzertifikat bezieht sich auf den jeweiligen Weiterbildungskurs. Vergleiche daher Abschlussbezeichnung und Inhalte mit deinem beruflichen Ziel. Im Hochschulkompass kannst du Hochschulen und Studienangebote recherchieren.

Wenn du frühere Studienleistungen oder beruflich erworbene Kenntnisse einbringen möchtest, frage nach der Anrechnung. Reiche dafür die verlangten Unterlagen ein und lass dir erklären, welche Module entfallen könnten. So planst du mit einer konkreten Entscheidung der Hochschule.

Was kostet ein Studium neben dem Beruf?

Vergleiche die Gesamtkosten bis zum Abschluss. Dazu gehören je nach Angebot Studiengebühren, Semesterbeiträge, Lernmaterialien und mögliche zusätzliche Prüfungsgebühren. Fahrt und Übernachtung können bei Präsenzphasen ebenfalls ins Gewicht fallen. Wenn du deine Arbeitszeit reduzierst, rechne auch mit dem geringeren Einkommen.

Bitte die Hochschule um eine Kostenübersicht für deinen geplanten Studienverlauf. Wichtig ist auch, was ein zusätzliches Semester oder eine Pause kostet. Zwei Angebote mit ähnlicher Monatsrate können bei unterschiedlicher Laufzeit deutlich verschiedene Gesamtkosten haben.

Sprich anschließend mit deinem Arbeitgeber über Unterstützung. Das kann eine Beteiligung an Gebühren sein, aber auch ein planbarer freier Nachmittag oder Zeit für Prüfungen. Wenn der Betrieb Kosten übernimmt, lies die Vereinbarung zu Bindungsfristen und einer möglichen Rückzahlung sorgfältig. Kläre offene Punkte, bevor du unterschreibst. Unser Ratgeber Mitarbeitergespräch vorbereiten hilft dir, Lernziel und gewünschte Unterstützung für das Gespräch festzuhalten.

Eine eigene Budgetgrenze erleichtert die Auswahl: Wie viel kannst du monatlich aufbringen und welchen Betrag hältst du für zusätzliche Ausgaben bereit? Die passende Lösung sollte fachlich zu deinem Ziel und finanziell in deinen Alltag passen.

So vergleichst du zwei Studiengänge sinnvoll

Lege die Modulhandbücher, Terminpläne und Kostenübersichten von zwei Angeboten nebeneinander. Beginne mit den Fragen, die über deinen Start entscheiden. Mit einem solchen Vergleich kannst du ein Beratungsgespräch gut vorbereiten.

Rechenbeispiel: kleinere Monatsrate oder kürzere Studiendauer?

Die folgenden beiden Studienmodelle sind frei erfunden. Sie zeigen, wie du Kosten und Lernzeit gemeinsam betrachtest. Beide führen im Beispiel zu einem Bachelor mit 180 ECTS. Die Monatsgebühr fällt jeweils während der gesamten angegebenen Laufzeit an. Die Preise gehören zu keiner Hochschule.

Deine RechnungModell A: mehr Zeit bis zum AbschlussModell B: höherer Lernumfang
Dauer und Belegung72 Monate, 12 Semester mit je 15 ECTS54 Monate, 9 Semester mit je 20 ECTS
Studiengebühren72 × 240 Euro = 17.280 Euro54 × 300 Euro = 16.200 Euro
Einmalige Prüfungsgebühr300 Euro600 Euro
Angenommene Fahrtkosten6 Termine × 80 Euro = 480 Euro12 Termine × 70 Euro = 840 Euro
Summe dieser Studienkosten18.060 Euro17.640 Euro
Lernaufwand je Semester15 × 30 Stunden = 450 Stunden20 × 30 Stunden = 600 Stunden
Verteilt auf 23 WochenRund 20 Lernstunden pro WocheRund 26 Lernstunden pro Woche

Modell B kostet in dieser Rechnung insgesamt 420 Euro weniger, obwohl die Monatsgebühr höher ist. Es verlangt aber jede Woche ungefähr sechs zusätzliche Lernstunden. Für den Zeitvergleich verwenden wir dieselbe Annahme wie im oben erklärten Beispiel der FernUni Hagen: 30 Stunden je ECTS und 23 Wochen je Semester. Für ein echtes Angebot brauchst du die Angaben der jeweiligen Hochschule.

Wie sieht eine solche Woche neben der Arbeit aus?

Der fiktive Nils arbeitet 35 Stunden und braucht zusammen fünf Stunden für seine Arbeitswege. Für das Studium plant er dienstags und donnerstags je drei Stunden sowie samstags und sonntags je sieben Stunden ein. Das ergibt 20 Lernstunden und insgesamt 60 Stunden für Arbeit, Arbeitswege und Studium. Die vorgesehenen Lehrveranstaltungen sind Teil seiner Lernzeit.

Bevor Nils sich für Modell A entscheidet, probiert er diese Wochenaufteilung einen Monat lang mit einem Einführungskurs aus. Dabei merkt er, ob ihm genug Zeit für Familie, Haushalt und Erholung bleibt. Modell B würde weitere sechs Stunden pro Woche beanspruchen. Dafür müsste er seine Woche anders organisieren, etwa die Arbeitszeit reduzieren und den Einkommensunterschied zusätzlich einrechnen.

In deiner eigenen Rechnung ergänzt du Kosten, die in den beiden Modellen noch nicht vorkommen, etwa einen benötigten Computer oder Übernachtungen. Frage außerdem nach dem Preis eines zusätzlichen Semesters. Eine längere Lernzeit kann die zunächst günstigere Variante verändern.

Bitte nach Möglichkeit um eine Beispielaufgabe oder einen Einblick in die Lernplattform. Probiere aus, ob dir die Materialien verständlich sind und wie du Fragen stellen kannst. Danach kannst du viel genauer entscheiden, welches Modell dich beim Lernen unterstützt.

Häufige Fragen

Diese Fragen helfen dir, die Organisation eines Studiums neben dem Beruf genauer einzuordnen. Die konkreten Termine und Bedingungen findest du bei deinem Wunschstudiengang.

Kann ich mit einem Vollzeitjob berufsbegleitend studieren?

Das kann passen, wenn das Studienmodell und dein Lernumfang mit deiner Woche vereinbar sind. Rechne neben Lehrveranstaltungen auch Lesen, Übungen und Prüfungsvorbereitung ein. Das Beispiel der FernUni Hagen mit 15 ECTS ergibt rund 20 Lernstunden pro Woche. Bei wenig verfügbarer Zeit kannst du nach einer geringeren Modulbelegung fragen.

Ist ein Fernstudium immer komplett zeitlich frei?

Prüfe beim konkreten Studiengang, ob Online-Seminare, Gruppenarbeiten oder Präsenztermine verbindlich sind. Auch Prüfungen haben vorgegebene Zeiträume oder Termine. Ein Fernstudium kann dir viel Freiheit beim Selbststudium geben. Für deine Planung brauchst du trotzdem die festen Bestandteile des Angebots.

Kann ich ohne Abitur berufsbegleitend studieren?

Ja, dafür gibt es Zugangswege über berufliche Qualifikationen. Welche Voraussetzungen du erfüllst, hängt vom Bundesland, dem Studiengang und deinen Abschlüssen ab. Frage die Hochschule mit deinen Ausbildungs-, Fortbildungs- und Tätigkeitsnachweisen nach dem passenden Zugang.

Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Studium?

Das richtet sich nach Studiengang, vorgesehenem Umfang und deiner Modulbelegung. Bei Teilzeit verteilst du die Studienleistungen auf mehr Semester. Lass dir von der Hochschule einen Studienplan für deinen gewünschten Umfang zeigen und frage, ob einzelne Module nur zu bestimmten Terminen angeboten werden.

Quellen und Redaktion

Redaktion WelcherBeruf. Geprüft am 25. Oktober 2026. Die Studienformen und Zugangswege beruhen auf Hochschul- und Hochschulrektorenkonferenz-Informationen. Die Stundenbeispiele nutzen die Berechnung der FernUni Hagen. Studienmodelle, Preise und Nils sind frei erfundene Rechenbeispiele. Wochenplanung und Vergleichsfragen sind redaktionelle Arbeitshilfen.