Notar / Notarin

Recht & FinanzenAkademischGut bezahltStabilKI-Risiko: Niedrig

Einstiegsgehalt

80.000 €

Median-Gehalt

130.000 €

Senior-Gehalt

200.000 €

KI-Risiko-Score

30/100

Überblick

Notare beurkunden rechtsverbindlich wichtige Vorgänge wie Immobilienkäufe, Erbschaften und Unternehmensgründungen. Als unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes tragen sie hohe Verantwortung und gehören zu den am besten verdienenden Rechtsberufen in Deutschland.

Gehalt & Vergütung

Einstieg

80.000 €

/ Jahr (brutto)

Senior

200.000 €

/ Jahr (brutto)

Gehalt nach Region

Bayern / München
170.000 €
Baden-Württemberg
160.000 €
Hessen / Frankfurt
175.000 €
NRW
140.000 €
Berlin
130.000 €
Sachsen / Ost
95.000 €

Ausbildungswege

Studium10–12 Jahre (Studium + Referendariat + Wartezeit)

Rechtswissenschaft (Erstes und Zweites Staatsexamen)

Pflichtweg: Jurastudium + Erstes Staatsexamen + Referendariat + Zweites Staatsexamen. Notarstelle erfordert zusätzlich Notariatserfahrung und Notarprüfung.

Rechtswissenschaften bei IU →
Weiterbildung3 Jahre

Notarfachangestellte/r (Ausbildung)

Für den Einstieg ins Notariat ohne Volljurist: 3-jährige Ausbildung als Notarfachangestellte/r mit gutem Einstiegsgehalt.

Typische Aufgaben

Immobilienkaufverträge beurkunden
Testamente und Erbverträge beglaubigen
Gesellschaftsverträge und GmbH-Gründungen beurkunden
Ehevertrag und Scheidungsfolgenvereinbarungen beurkunden
Parteien rechtlich neutral beraten
Grundbuchangelegenheiten bearbeiten
Vollmachten und Beglaubigungen ausstellen
Notariatspersonal führen und Kanzlei leiten

KI-Risiko-Analyse

KI-Risiko-Score: Notar

Notartätigkeit ist gesetzlich dem Menschen vorbehalten – die Beurkundungspflicht verlangt eine natürliche Person mit staatlicher Zulassung. KI kann Prozesse effizienter machen, aber die Kernfunktion bleibt unangetastet.

Routinetätigkeit

Soziale Kompetenz

Digitalisierung

30

von 100 · Niedriges KI-Risiko

Risikofaktor Routinetätigkeit: Rechtliche Tragweite von Verträgen beurteilen, Risiken erkennen und Parteien unparteiisch beraten erfordern juristisches Urteilsvermögen mit Amtshaftung.

Risikofaktor Soziale Kompetenz: Unparteiische Beratung beider Parteien und Erklärung komplexer Rechtsbegriffe erfordern ausgeprägte Kommunikationskompetenz.

Risikofaktor Digitalisierung: Beurkundungen, Beglaubigungen und Beratungsgespräche erfordern persönliche Anwesenheit aller Beteiligten.

Empfehlung

Die größte Herausforderung ist der lange Ausbildungsweg und die begrenzte Anzahl an Notarstellen. Wer den Weg geht, profitiert von sehr hoher Einkommenssicherheit.

Zukunftsaussichten

Chancen

  • Sehr hohes und stabiles Einkommen durch gesetzliches Gebührenmonopol
  • Notarstellen sind geschützt – keine Marktkräfte drücken die Vergütung
  • Immobilienboom und Unternehmensgründungen sichern dauerhaft Arbeit
  • Hohes gesellschaftliches Ansehen und berufliche Unabhängigkeit

Risiken

  • Extrem langer Ausbildungsweg von 10–15 Jahren bis zur eigenen Stelle
  • Notarstellen sind begrenzt und hochgradig kompetitiv
  • Hohes Examensstress-Niveau durch Staatsexamen-System
  • Starke regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit von Stellen

Häufige Fragen

Wie lange dauert es wirklich, bis man eine eigene Notarstelle hat?

Der Weg ist lang: Jurastudium (4–5 Jahre), Erstes Staatsexamen, Referendariat (2 Jahre), Zweites Staatsexamen, danach Tätigkeit als Notarassessor und Wartezeiten auf eine freie Stelle. Realistisch dauert es 10–15 Jahre vom Studienbeginn bis zur eigenen Notarstelle – dafür winken dann 130.000 € Median und bis zu 200.000 € senior.

Warum verdienen Notare so viel?

Notare rechnen nach gesetzlich festgelegten Gebühren ab (GNotKG) – die Vergütung hängt am Geschäftswert, nicht an Marktpreisen. Bei einem Immobilienkauf über 500.000 € verdient der Notar mehrere tausend Euro. Wer in einer boomenden Region sitzt (Frankfurt, München) und viele Transaktionen beurkundet, erzielt ein sehr hohes, stabiles Einkommen.

Was ist der Unterschied zwischen Notar und Notarfachangestellten?

Notarfachangestellte führen die Kanzlei des Notars, bereiten Urkunden vor und kommunizieren mit Behörden – ihre 3-jährige Ausbildung ist ohne Studium zugänglich, das Einstiegsgehalt liegt jedoch deutlich niedriger als beim Notar selbst. Der Notar als Volljurist trägt die juristische Verantwortung und beurkundet persönlich.

Wird KI die Notartätigkeit ersetzen?

Nein – das KI-Risiko liegt bei 30/100. Die Beurkundungspflicht ist gesetzlich einer natürlichen Person mit staatlicher Zulassung vorbehalten. KI kann Vertragsentwürfe unterstützen und Prozesse beschleunigen, aber die Beurkundung als Amtshandlung mit Rechtswirkung bleibt ausschließlich dem Notar überlassen.

Gibt es eine Alternative zum Volljuristen, um im Notariat zu arbeiten?

Ja – die 3-jährige Ausbildung zur Notarfachangestellten ist der Einstieg ohne Studium. Wer im Notariat Fuß fassen will, ohne 10+ Jahre zu investieren, kann dort starten und sich mit Weiterbildung zum Notarfachwirt qualifizieren. Eine eigene Notarstelle ist ohne Zweites Staatsexamen jedoch nicht möglich.

Wie stark unterscheiden sich die Verdienstmöglichkeiten regional?

Erheblich: In Frankfurt sind 175.000 €, in München 170.000 € Jahreseinkommen für etablierte Notare realistisch – in Ostdeutschland eher 95.000 €. Weniger Immobilientransaktionen und niedrigere Grundstückspreise bedeuten geringere Gebühreneinnahmen. Notarstellen in wirtschaftsstarken Ballungsräumen sind daher besonders begehrt.

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