Ausbildung & Einstieg

Ausbildungsbetrieb wechseln: So planst du den Neustart

Wenn dir der Beruf gefällt, aber der Ausbildungsbetrieb nicht passt, kann ein Wechsel eine neue Perspektive eröffnen. Hier erfährst du, wie du einen passenden Betrieb suchst, Unterstützung findest und den Übergang vorbereitest. Ein wichtiger Punkt ist dabei, wie dein bisheriger Ausbildungsvertrag beendet wird.

Redaktion WelcherBerufGeprüft am 24. Oktober 2026
Eine junge Erwachsene mit einem Notizbuch am Eingang einer hellen Ausbildungswerkstatt.
KI-generiertes Symbolbild.

Die Aufgaben deines Berufs machen dir Freude, doch im Betrieb kommst du kaum dazu, sie richtig zu lernen. Vielleicht fehlt dir eine feste Ansprechperson oder du wünschst dir mehr Übung. Ein anderer Betrieb kann dir die Möglichkeit geben, an dein bisheriges Können anzuknüpfen und dich weiterzuentwickeln.

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Den Ausbildungsbetrieb wechseln und im Beruf bleiben

Beim Betriebswechsel setzt du deine Ausbildung im selben Beruf bei einem anderen Unternehmen fort. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Arbeit gerne lernen möchtest, die Bedingungen im bisherigen Betrieb aber dagegenstehen. Dieser Ratgeber beschreibt den Wechsel bei einer dualen Ausbildung. Für eine schulische Ausbildung klärst du den Ablauf mit deiner Schule und der zuständigen Stelle.

Überlege zuerst, was sich verändern soll. Möchtest du zum Beispiel als angehender Mechatroniker mehr über die Fehlersuche an Anlagen lernen, wirst aber fast nur für Hilfsarbeiten eingesetzt? Dann kannst du genauer benennen, welche Ausbildungsinhalte dir fehlen. Vielleicht gibt es im bisherigen Betrieb eine Möglichkeit, diese Aufgaben unter Anleitung zu übernehmen. Vielleicht ist dafür ein anderer Ausbildungsplatz die bessere Lösung.

Wenn dir dagegen die eigentlichen Tätigkeiten des Berufs nicht liegen, lohnt sich ein Blick auf die Berufswahl. Im Ratgeber Beruf finden kannst du erkunden, welche Aufgaben dich interessieren. So lässt sich unterscheiden, ob du eine andere Lernumgebung oder einen anderen Beruf suchst.

Wer hilft dir bei Problemen in der Ausbildung?

Die Ausbildungsberatung deiner zuständigen Kammer ist eine gute erste Anlaufstelle. Das ist je nach Beruf etwa die IHK, Handwerkskammer oder Landwirtschaftskammer. Sie kann mit dir besprechen, was in deiner Ausbildung gerade schwierig ist und welche Schritte für eine Fortsetzung infrage kommen.

Für das Gespräch helfen konkrete Beispiele. Halte fest, welche Aufgaben du in den letzten Wochen übernommen hast, welche Inhalte du lernen möchtest und welche Gespräche es dazu schon gab. Dein Ausbildungsnachweis und der betriebliche Ausbildungsplan können dabei helfen, den Lernstand gemeinsam anzusehen.

Eine Lehrkraft an der Berufsschule, die Jugend- und Auszubildendenvertretung oder der Betriebsrat können dich ebenfalls unterstützen, soweit es diese Ansprechpersonen bei dir gibt. Wenn du dich bei einem Gespräch im Betrieb unwohl oder unter Druck fühlst, hole dir zunächst Unterstützung von außen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Beratungs- und Unterstützungsangebote und hilft auch bei der Suche nach einer Alternative.

So findest du einen passenden neuen Ausbildungsbetrieb

Suche nach Betrieben, die deinen Ausbildungsberuf anbieten, und frage gezielt nach einer Fortsetzung im laufenden Ausbildungsjahr. Du kannst dich auch an ein Unternehmen wenden, das nur Plätze für den nächsten regulären Ausbildungsbeginn ausgeschrieben hat. Frage, ob eine Übernahme möglich wäre, und nenne deinen Beruf, das Ausbildungsjahr und deinen bisherigen Lernstand.

Bereite dafür deinen Lebenslauf, dein letztes Berufsschulzeugnis und eine kurze Beschreibung der bisherigen Tätigkeiten vor. Der neue Betrieb möchte verstehen, woran er anknüpfen kann. Du kannst zugleich herausfinden, ob du dort die Aufgaben lernen würdest, die dir bisher fehlen.

Den Wechselwunsch sachlich erklären

Beschreibe, was du für deine weitere Ausbildung suchst. Eine mögliche Formulierung für eine Anfrage lautet:

„Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr zum Mechatroniker und möchte meine Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Bisher habe ich vor allem Baugruppen montiert. Ich möchte künftig mehr über die systematische Fehlersuche und Instandhaltung lernen. Können Sie sich vorstellen, einen Auszubildenden mit diesem Lernstand zu übernehmen?“

Im Gespräch kannst du nach einem typischen Ausbildungsmonat fragen: Wer zeigt dir neue Tätigkeiten? Wann übst du selbst? Wie wird besprochen, was du schon kannst? Solche Antworten helfen dir, die Lernbedingungen genauer einzuschätzen. Sprich auch Arbeitsweg, Berufsschulbesuch und den möglichen Beginn an.

Wie lässt sich der bisherige Ausbildungsvertrag beenden?

Bevor du einen Wechseltermin vereinbarst, klärst du den Weg aus deinem bisherigen Vertrag. Dabei unterscheiden sich Probezeit und die Zeit danach. Die folgenden Regeln betreffen Ausbildungsverhältnisse nach dem Berufsbildungsgesetz. Besprich mit der Ausbildungsberatung, welcher Weg für deine konkrete Situation passt, bevor du eine Kündigung oder Vereinbarung abgibst.

Während der Probezeit

In der Probezeit können beide Seiten das Ausbildungsverhältnis jederzeit ohne Kündigungsfrist beenden. Eine Kündigung muss schriftlich auf Papier erfolgen, auch nach der Probezeit. Eine E-Mail genügt dafür nicht. Wenn du schon einen neuen Betrieb gefunden hast, stimme die Daten so ab, dass du weißt, wann dein bisheriger Vertrag endet und der neue beginnt.

Nach der Probezeit im selben Beruf weiterlernen

Für eine einvernehmliche Beendigung können du und dein Betrieb einen Aufhebungsvertrag schließen. Darin vereinbart ihr das Ende des Ausbildungsverhältnisses. Beide Seiten müssen zustimmen. Die IHK München beschreibt diesen Weg als Möglichkeit, anschließend im selben Ausbildungsberuf in einem anderen Betrieb weiterzulernen.

Die Kündigung mit vier Wochen Frist nach § 22 BBiG ist für die Aufgabe der Berufsausbildung oder die Ausbildung in einer anderen Berufstätigkeit vorgesehen. Für einen reinen Wechsel des Betriebs im selben Beruf kannst du diese Regel nicht einfach nutzen.

Wenn ein wichtiger Grund vorliegt

Nach der Probezeit ist außerdem eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund möglich. Dabei gelten enge Voraussetzungen und Fristen. Lass einen solchen Fall zügig durch die Ausbildungsberatung oder rechtliche Beratung prüfen. So kann geklärt werden, welche Nachweise und vorherigen Schritte für deine Situation erforderlich sind.

Ausbildungszeit, Vertrag und Berufsschule abstimmen

Mit dem neuen Betrieb schließt du einen neuen Ausbildungsvertrag. Wie deine bisherige Ausbildungszeit berücksichtigt wird, klärst du vorab mit ihm und der zuständigen Kammer. Deine Ausbildungsnachweise und Zeugnisse helfen dabei, den bisherigen Stand zu besprechen und die weitere Ausbildung zu planen. Bist du minderjährig, beziehe deine Eltern oder gesetzlichen Vertreter in die Vertragsklärung ein.

Vereinbare auch, wie du fehlende Inhalte nachholen kannst. Wenn du etwa schon sicher montierst, aber wenig Erfahrung mit Messungen gesammelt hast, sollte der weitere Ausbildungsplan das aufgreifen. So bekommt dein Wechsel ein konkretes Lernziel.

Informiere deine Berufsschule über den geplanten Wechsel. Ob du in der bisherigen Klasse bleiben kannst oder eine andere Schule zuständig wird, hängt vom neuen Ausbildungsort und der schulischen Organisation ab. Kläre gemeinsam mit Schule und Betrieb, welche Unterlagen sie dafür brauchen.

Dein nächster Schritt: ein Beratungsgespräch vorbereiten

Notiere eine Sache, die dir am Beruf gefällt, und eine Bedingung, die sich im neuen Betrieb ändern soll. Lege deinen Vertrag und die Ausbildungsnachweise bereit. Damit kannst du bei der Kammer gezielt besprechen, wie du deine Ausbildung fortsetzen möchtest.

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Häufige Fragen

Beim Betriebswechsel stellen sich oft Fragen zum Zeitpunkt und zum bisherigen Lernstand. Diese Antworten helfen dir, die nächsten Punkte mit Betrieb, Kammer und Berufsschule abzustimmen.

Kann ich den Ausbildungsbetrieb im zweiten oder dritten Lehrjahr wechseln?

Auch dann kann eine Fortsetzung bei einem anderen Betrieb infrage kommen. Suche ein Unternehmen, das an deinen Lernstand anknüpfen kann. Besprich mit der zuständigen Kammer, wie die bisherige Ausbildungszeit und die noch offenen Inhalte berücksichtigt werden. Wenn die Abschlussprüfung näher rückt, gehört auch deren Termin in die Planung.

Muss ich nach dem Wechsel wieder im ersten Lehrjahr anfangen?

Bei einer Fortsetzung im selben Beruf kann die bisherige Ausbildungszeit häufig berücksichtigt werden. Wie es in deinem Fall weitergeht, klärst du mit dem neuen Betrieb und der Kammer. Lass den vorgesehenen Ausbildungsbeginn, das weitere Vertragsende und den bisherigen Lernstand vor dem Wechsel gemeinsam abstimmen.

Gibt es im neuen Ausbildungsbetrieb eine neue Probezeit?

Mit dem neuen Betrieb wird ein neuer Ausbildungsvertrag geschlossen. Dabei ist erneut eine Probezeit zu vereinbaren. Nach § 20 BBiG beträgt sie mindestens einen und höchstens vier Monate. Frage im Gespräch auch, wie die Einarbeitung geplant ist und wie ihr während dieser Zeit deinen Lernstand und die nächsten Aufgaben besprecht.

Was kann ich tun, wenn ich noch keinen neuen Betrieb gefunden habe?

Wende dich an die Ausbildungsberatung der Kammer und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Erkläre, in welchem Beruf und Ausbildungsjahr du bist und welche Fortsetzung du suchst. Nutze zugleich Kontakte aus der Berufsschule und frage passende Ausbildungsbetriebe direkt an. Kläre mit der Beratung, wie du vorgehen kannst, solange der nächste Platz noch offen ist.

Quellen und Redaktion

Redaktion WelcherBeruf. Geprüft am 24. Oktober 2026. Der Artikel behandelt die Fortsetzung einer dualen Ausbildung bei einem anderen Betrieb. Die Beispielsituation und Anfrage sind redaktionell formuliert. Für Vertragsfragen und die Anrechnung sind die folgenden gesetzlichen und institutionellen Informationen die Grundlage.